TAO Kunst

          TAO Kunst bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist. Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. TAO Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein.

          Die TAO Kunst ist ein Zurückverbindungsprozess der Elemente und dem Menschen durch die Natur. Durch die Wandlungsphasen, Beeinflussung,  Entstehung und Zerstörung wird das WuWei (das Handeln im Nichthandeln) praktiziert.

“Alles ist Nichts und Nichts ist Alles“

           Die TAO Objekte werden im Urzustand durch die Elemente geformt, Subjekt und Objekt verschmelzen ineinander und werden somit zum Ganzen. So wird dem Vorhandenen eine mögliche Fähigkeit zur Funktion gegeben. Das TAO Objekt ist wie es ist, es will nicht gefallen, es mutet nur an! Das heißt: „Man bringt Bewusstsein in solche Abläufe, man entscheidet bewusst, wie weit man geht. Man lässt innere Gelassenheit zu, was die eigene Substanz nicht berührt und konsequent verweigert, was diese Grenze überschreitet. Es ist die innere Sicherheit, dass zum richtigen Zeitpunkt das Richtige geschehen wird.“

         “Die wahre Natur des Menschen ist die eines Adlers, ohne Grenzen zwischen Himmel und Erde schwebend, die Fülle der Schöpfung zu seinen Füßen.“

            Das Bild: Stellen Sie sich vor, dass wir ganz unauffällig die Reaktion von Menschen beobachten, die während einer Kunstausstellung an einem Bild von Picasso vorübergehen. Wir sind sozusagen die Museumsmäuse, die aus ihrer Sockelperspektive alles ganz genau mitkriegen.

           Wir beobachten dabei ein Paar mittleren Alters, das besagte Bild interessiert anschaut, wobei die Dame irritiert äußert, dass der Maler - obwohl er doch so berühmt sei - ja gar keine richtigen Gesichter malen könne, das wäre alles krumm und schief. Schrecklich - so etwas würden sie sich niemals in die Wohnung hängen. Sie würde nur schlechte Träume davon bekommen.

           Bei einem anderen Paar vergleichbaren Alters, das das Bild als nächstes betrachtet, äußert sich die Dame ausgesprochen schwärmerisch über die absolute Meisterschaft der Komposition, die Sicherheit in der Linienführung, Kreativität in der Farbgebung usw. usw. Wenn sie sich doch so etwas einmal selbst leisten könnten, sie würde nicht aufhören, es anzusehen. Was sagen diese beiden Meinungen nun über das Bild von Picasso? Absolut gar nichts!!!!!!

Das Bild hängt einfach da und ist ein Bild von Picasso.

            Die Äußerungen über dieses Bild sagen ausschließlich etwas über die Menschen, die sich dazu geäußert haben. Sie besagen, dass diese Menschen das Bild so sehen und empfinden, wie sie es gesagt haben - und nicht einmal das steht fest, denn gerade in der Kunst wird oft nachgeplappert, was sogenannte Experten vorgeben.

            Die Rose: In einer stillen und sonnigen Ecke des Gartens steht eine einzelne dunkelrote Rose - voll erblüht und einen starken Duft verströmend. Ein Mensch kommt vorüber, bleibt stehen, neigt sich zu der Rose hinunter, berührt sie zärtlich, atmet ihren Duft ein und denkt dabei, wie schön und vollendet sie doch sei und welche Wunder die Natur doch für uns bereit hält.

             Ein anderer geht vorüber, empfindet das dunkle Rot als ausgesprochen kitschig und hält sich die Nase zu, um dem penetranten Gestank zu entgehen.

             Was sagt dieses nun über die Rose? Ebenso gar nichts! Sie steht einfach da, blüht und duftet - und in diesem Punkt verhält sie sich wesentlich klüger als die meisten Menschen.

             Hätte sich Picasso in seinem Werdegang jemals darum gekümmert, wie die Menschen seine Bilder empfinden, was sie darüber sagten, wie sie darüber dachten und welche Vorstellungen sie im Kopf hatten, wie ein Bild auszusehen hat, er wäre niemals Picasso geworden. Wir würden vermutlich nicht einmal wissen, dass er jemals gelebt hat.

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